(Beitrag vom 31.07.2026)
Immer neu gibt es in den letzten Jahren Meldungen, aus denen hervorgeht, dass unter vielen weiteren Faktoren auch Politikverdrossenheit eine Rolle spielt, wenn viele Menschen sich von der Demokratie abwenden bzw. ihren Potenzialen mindestens misstrauen.
vgl. aktuell Bürgerbefragung: „Gefahr für Demokratie“: Vertrauen in Staat auf Tiefststand
Aus diesem Grund habe ich eine kleine Veranschaulichung erstellt, um zu zeigen, wo hier gesamtgesellschaftliche gegengesteuert werden kann.
Es gilt, die „Blitzableiter“Möglichkeiten zu aktivieren und in verschiedensten Kontexten der Zivilgesellschaft darauf hinzuweisen – und sich dieser
auch selbst bewusst zu sein.
Natürlich gibt es viele nachvollziehbare Gründe für „Verdrossenheiten“ in Bezug auf politisches Handeln. Vor allem, wenn sich Menschen existenziell davon betroffen und GEtroffen sehen.
Gefühle der Ohnmacht und Nichtwirksamkeit dürfen aber nicht zu dem „Kurzschluss“ führen, der diese Menschen dann in die Arme der Demokratiegegner treibt.
Ich war in Gesprächen der letzten Jahre oft irritiert davon, wenn davon die Rede war, dass Menschen einerseits frustriert waren – aber sich gleichzeitig nicht dafür zu interessieren schienen, dass es Organisationen wie Lobby Control gibt und was diese tun.
Dabei sind genau diese Organisationen aktiv um die nötigen Korrekturmechanismen der Demokratie zu stärken – und sie sind darin nicht nur seriös, sondern auch langjährig erfahren.
Ich verglich die Demokratie mal mit einem Auto. Der Staat sitzt sozusagen auf dem Fahrersitz – und auf den Beifahrersitz gehören eben als „Advanced Driver’s Assistance“ (Song von 2011) solche Korrekturinstanzen wie Investigativjournalismus und Orgas wie Lobby Control, Netzwerk Steuergerechtigkeit, Finanzwende, Whistleblower*innen und eine wache, informierte, engagierte Zivilgesellschaft etc.
Gerade jene, die evtl. jahrelang dazu neigten, auf dem Rücksitz zu schlafen – neigen dann bei einem Ruckler zu Kurzschlussreaktionen
und zum panischen „Griff ins Lenkrad“ – anstatt den Beifahrersitz und seine Korrekturmechanismen wahrzunehmen und zu stärken.
Zu diesem panischen „Griff ins Lenkrad“ gehört es eben auch, wenn man im Kurzschluss antidemokratischen Akteuren das Vertrauen und die Stimme gibt. Genau die würden aber letztlich beim Fahren JEDEN Beifahrersitzeinfluss ablehnen –
und diesen vermutlich ganz schnell in einen Schleudersitz verwandeln.
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